Bambus in Europa


Bambus sind im frühen 19. Jahrhundert aus China und Japan nach Europa eingeführt worden. Bei der Jahrhundertwende waren über 100 verschiedene Bambusarten, meist Arten der temperierten Zonen bekannt. Die ersten Bambusgarten wurden angelegt und der Bambus gewann an Anerkennung auch beim Hobbygärtner als eine schöne, exotische Gartenpflanze. Mehrere wunderbare Bambussammlungen wurden während des 1. Weltkrieges zerstört und die Popularität der Bambus ging zurück. Aber mit den Jahren setzten Bambuszüchter ihre Suche nach exotischen Arten und Raritäten fort, so dass es zu dem Bambus-„Revival“ von heute kommen konnte.

Im 21. Jahrhundert sind wir Augenzeugen eines enormen Wachstums einer Bambusbegeisterung. Über 400 verschiedene Sorten Bambus werden heute in Europa angebaut, wobei mehr als 300 von ihnen Bambus der temperierten Zonen sind. Informationen sind nur über ungefähr 100 dieser Sorten erhältlich, angesammelt durch Langzeiterfahrung und Expertisen sowohl von Amateurzüchtern als auch Fachleuten.

Bambus der temperierten Zonen stammen aus China oder Japan, wo sie seit Urzeiten wild wachsen oder angebaut werden. Die Einführung von Bambus in Europa bedeutete gleichzeitig die Einführung von exotischen Pflanzen. Die westeuropäischen geografische Breitengrade sind viel höher als die in der Heimat des Bambus. Die klimatischen Bedingungen sind also sehr unterschiedlich. Das ist der Grund, weshalb Bambus im Süden Europas (in Spanien, Portugal und Italien) bis zu ihrer normalen Höhe wachsen (einige bis zu 20 m Höhe), während sie in West- und Mitteleuropa nicht so hoch werden.

In den höheren Breitengraden sehen sich die Pflanzen kürzeren Wachstumsperioden, kälteren Temperaturen und größeren Jahreszeitenunterschieden ausgesetzt. In Belgien und den Nachbarländern wachsen Bambus bis zu 10 m Höhe, was natürlich immer noch beträchtlich ist. Da Bambushalme ihre volle Größe und Durchmesser innerhalb eines einzigen großen Wachstumsschubes erreichen kann man sie sprichwörtlich wachsen sehen. Triebe aus aufeinanderfolgenden Jahren werden größer und dicker mit jedem Jahr, bis die maximale Höhe der Pflanze erreicht ist.

Das spezifische Klima von Westeuropa kreiert viele Möglichkeiten für Bambus im Garten. Je nach Sorte können die Bambus als Bodendecker, als Hecke, als Windschutz, für visuelle Effekte, als Solitärpflanze oder als Balkonpflanze verwendet werden.

Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten schließen auch die verschiedenen Wachstumsgewohnheiten der unterschiedlichen Bambusarten mit ein. Variationen werden in der Höhe (klein, mittel und groß wachsende Bambus), in der Form (gerade aufrecht bis horizontal ausbreitend), in der Farbe (grün, gelb, schwarz, orange, gelb mit grünen Streifen oder umgekehrt, mit und ohne schwarze Flecken, usw.) und in der Lichtverträglichkeit (vollsonnige bis schattige Standortbevorzugung) festgestellt.

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